Yad Vashem und das Aladinprojekt errichten eine gemeinsame Initiative


 

Eine Gruppe von 25 türkischen Akademikern, die in den staatlichen oder privaten Universitäten des Landes lehren, haben sich bei einem Lehrgang zusammengefunden, der gemeinsam von Yad Vashem und dem Aladinprojekt in Istanbul organisiert wurde. Dieser Lehrgang bildet Spezialisten für türkische Universitäten aus, die die Befähigung zum Unterrichten über die Shoa erhalten sollen.

Das Programm, das fünf Abschnitte enthält, wird von der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) unterstützt und richtet sich an türkische Universitäten.

Während des Seminars am vergangenen 24. Oktober, welches den ersten Abschnitt darstellt, wurden Konferenzen zum Unterricht über den Holocaust und den Antisemitismus gehalten. Die Botschafter Ertan Tezgör und Sir Andrew Burns kamen zu Wort, ebenso Richelle Budd Caplan, der Direktor der Abteilung Europa und die Internationale Schule von Yad Vashem für Holocauststudien. Dieser hat die Schwerpunkte des Projekts erläutert und die Werkstatt einer Graphikerschule von Yad Vashem zum Thema Holocaustgedenken vorgestellt.

Abe Radkin, ausführender Direktor von Aladin, hielt eine Rede über « Die Türkei und die Gesamtheit der Holocauststudien : Die Perspektiven des Aladinprojekts. ». Dr. David Silberklang, emeritierter Professor von Yad Vashem, sprach über « Die Herausvorderung der Holocauststudien ». Die Teilnehmer bekamen auch einen interessanten Bericht über die Geschichte des Antisemitismus von Dr. Kathrin Meyer zu hören, der Amtsdame der IHRA.

Während des zweiten Teils des Programms im Januar 2014 konnten die Teilnehmer Onlinekurse belegen und sich fortbilden. Im dritten Teil im Juni 2014, wird die Gruppe eine Reise nach Jerusalem unternehmen, wo sie ein Seminar an der Internationalen Schule von Yad Vashem zum Thema Holocauststudien belegen werden. Für den vierten Abschnitt des Programmes werden sie dann eigene Lehrveranstaltungen in ihren Universitäten realisieren können. Schlussendlich wird im Febraur 2015 das Ende des Programmes stattfinden, bei dem bei einer Videokonferenz das gesamte Programm von den Teilnehmern bewertet wird und wobei alle Teilnehmer noch einmal zusammenfinden, um sich über die mittel- bis längerfristigen Ergebnisse des Programmes auszutauschen.

Die Akademiker, die an diesem Programm teilnehmen, zählen in ihren Forschungsgebieten zu den hervorragendsten in der Türkei. Ihre aktive Teilnahme und rege Diskussion sowie ihr Interesse an den Themen hat die eingeladenen Forscher beeindruckt. Diese Reaktionen folgten, nachdem einige Folien für Yad Vashem, die von der Graphikerschule Wizo produziert wurden, gezeigt worden waren :

« Ich habe das Haus von Anne Frank mit meiner sechsjährigen Tochter besucht, die von Annes Geschichte sehr beeindruckt war. Dies hat mich stark zum Nachdenken angeregt. Ich beschäftige mich viel mit Intoleranz und Lehre an Schulen. »

« Albert Einstein hat 1933 an Atatürk geschrieben, um ihn zu bitten, dass die Türkei jüdische Akademiker aus Deutschland aufnehmen möge. Diese Gruppe von deutschen Professoren hat sehr viel zu der Entwicklung von höherer Bildung in der Türkei beigetragen, dies hat eine wichtige Verbindung geschaffen. »

« Mich beschäftigt stark, wie 'jemand' zu einem 'niemand' werden kann, aufgrund seiner Rasse. Die Nazis waren gebildete Menschen, wie konnten sie also die Auffassung vertreten, ein Mensch könne zu einem 'Untermensch' werden ? Ich arbeite an dieser Fragestellung, weil ich soetwas in Zukunft verhindern möchte. »

« Ich arbeite über Hannah Arendt und ich interessiere mich sehr für dieses Thema. »