Eröffnungskonferenz des Aladinprojekts im Haus der UNESCO in Paris, 27. März 2009

Das Aladinprojekt wurde offiziell unter der Schirmherrschaft der UNESCO am 27. März 2009 ins Leben gerufen, in Gegenwart des senegalesischen Präsidenten Wade Abdulaye, derzeitigem Vorsitzender der Organisation der islamischen Konferenz, des ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac, der ersten Präsidentin des Europäischen Parlaments Frau Simone Veil, dem ehemaligen mauretanischen Präsidenten Ely Ould Mohammed Vall, der Prinzessin Haya Al-Khalifa von Bahrain, und der persönlichen Gesandten von acht Staatschefs aus Europa und der muslimischen Welt. Die Konferenz wurde von Herrn David de Rothschild, des Präsidenten der Stiftung für das Gedenken an die Shoah (FMS) eröffnet.

Während öffentliche Zeremonien zum Gedenken an den Holocaust im Westen üblich sind, markiert das Ereignis das erste Mal, dass sich prominente Persönlichkeiten aus der muslimischen Welt ihren europäischen Kollegen anschlossen und sich zu Ehren der sechs Millionen jüdischen Opfer der NS-Verfolgung, gegen die Holocaust-Leugnung und Verharmlosung und gegen alle Formen des Rassismus und der Diskriminierung stark machten. Mehr als 800 Menschen füllten das UNESCO Auditorium und eine angrenzende Halle, um die Reden von zahlreichen französischen und internationalen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu hören.

Minister oder hochrangige Beamte vertraten ihre jeweiligen Staaten, unter anderem waren Frankreichs Justizministerin Rachida Dati, André Azoulay, der Berater des Königs von Marokko, und Ahmed Toufiq, Minister für Islamische Angelegenheiten in Marokko;  Khalid bin Muhammad al-Atiyah, Minister für Internationale Zusammenarbeit von Katar; Farouk Hosni, Minister für Kultur in Ägypten und Prof. M'hamed Hassine Fanta aus Tunesien anwesend.

Ebenfalls vor Ort im Namen ihrer jeweiligen Regierungen waren Dr. Mustafa Ceric, der Großmufti von Bosnien und Professor Ilber Ortayli, Präsident des Topkapi Museum in Istanbul.

Andere Honoratioren, die eine lange Reise zurückgelegt hatten, waren die ehemaligen tunesischen Premierminister Hédi Baccouche und Mohammed Mzali, Dr. Aly El Samman, ein langjähriger Verfechter des interreligiösen Dialogs und Berater des verstorbenen ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat, Ahmed Aboutaleb, der Bürgermeister von Rotterdam, Gul Khan, der Oberbürgermeister der Stadt Nottingham, der iranische Ayatollah Ahmad Iravani, Hélé Béji, Präsidentin des International College of Tunis und der in Pakistan geborene britische Mufti Imam Abduljalil Sajid.

Auch bei der Konferenz anwesend waren Dutzende von Botschaftern und Diplomaten, darunter der ägyptische Botschafter Mr. Nasser Kamel, der israelische Botschafter Daniel Shek Herr, Tunesiens Botschafter Mohammed Raouf Najar, der marokkanische Botschafter Mr. El Mostafa Sahel, der israelische UNESCO-Delegierte David Kornbluth und der Botschafter  der Arabischen Liga Nassif Hitti. Aktuelle und ehemalige Präsidenten der großen jüdischen Institutionen Frankreichs, prominente Intellektuelle und leitende religiöse Persönlichkeiten, darunter der Führer der muslimischen Gemeinde in Frankreich, nahmen ebenfalls an der Konferenz teil.

Während der Konferenz verlas der Zeremonienmeister, der bekannte französische TV-Moderator Serge Moati, den Text von „A Call to Conscience“ (Ein Appell an das Gewissen) und lud die Präsidenten Wade und Chirac und Simone Veil dazu ein, den Appell im Namen aller Teilnehmer unterzeichnen. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, Premierminister José Luis Zapatero aus Spanien, Benita Ferraro-Waldner, EU-Kommissarin für Außenbeziehungen,  der Ayatollah Abolghassem Dibaji aus Kuweit, Generalsekretär der Weltorganisation für Pan-islamische Rechtsprechung, Sylvio Ovadia, Präsident der jüdischen Gemeinde der Türkei, und  René Samuel Sirat, ehemaliger Oberrabbiner von Frankreich, sie alle begrüßten die Konferenz und das Aladinprojekt mit Grußbotschaften und ihrer Unterstützung.

Die Eröffnungskonferenz des Aladdin-Projekt wurde von mehr als 80 Journalisten aus Europa und der muslimischen Welt begleitet. Neben Dutzenden von Artikeln und Berichten in den französischen und europäischen Medien haben arabische TV-Sender wie Al-Jazeera, Al Arabiya und das marokkanische Staatfernsehen, ebenso wie zahlreiche andere Medien der arabischen und muslimischen Welt in ausführlichen Berichten über das Aladinprojekt berichtet.

Die Berichterstattung in den Medien bezüglich der Konferenz war so einmalig, dass der prominente tunesische Intellektuelle Lafif Lakhdar dazu äußerte: "Nie zuvor hat es die arabische Öffentlichkeit durch seine Medien geschafft, mit einer solchen Klarheit das Thema Holocaust anzusprechen und mit Hilfe so vieler bedeutender Persönlichkeiten des arabischen Raumes die Wahrheit über den Holocaust direkt zu beleuchten.“