Bedeutende Persönlichkeiten versammeln sich in Marrakesch


Bedeutende Persönlichkeiten versammeln sich in Marrakesch anlässlich internationaler Konferenz zum Holocaust und der Muslimischen Welt


Diese Woche fanden sich dutzende hochrangige Beamte, Historiker und Pädagogen aus vierzig unterschiedlichen Ländern zu einer zweitägigen, internationalen Konferenz über die Vermittlung der Lektionen des Holocausts und weiterer großer Tragödien der Weltgeschichte in Marrakech zusammen. Dr. Leah Pisar, Präsidentin des Aladinprojekts beschrieb die Konferenz als „beispiellos und einen gewaltigen Durchbruch.“

Das Aladinprojekt – eine internationale NGO mit Sitz in Paris – organisierte die Konferenz unter der Schirmherrschaft der UNESCO und in Zusammenarbeit mit den Universitäten von Rabat und Marrakesch.

„Zum ersten Mal findet in der arabischen Welt eine Konferenz über die Vermittlung der Lektionen des Holocausts mit Unterstützung des Bildungsministeriums des Gastgeberlands und in der Anwesenheit von Ministern, den Rektoraten der Universitäten und hochrangiger Beamter statt“, merkte Dr. Pisar, die ehemalige Beraterin Bill Clintons, an. „Als Tochter eines Überlebenden des Holocausts ist dies auch für mich persönlich ein sehr emotionaler Moment.“

„In diesem Raum wird heute Geschichte geschrieben“, sagte André Azoulay, Berater des Königs von Marokko und einer der Gründer des Aladinprojekts. „Diese Konferenz bekräftigt Aladins Mission: das Bewusstsein für den Holocaust in der Muslimischen Welt zu stärken und gleichzeitig die Jüdische Welt daran zu erinnern, dass, als das Christliche Europa unter der Vorherrschaft der Nazis stand, Marokko unter Mohammed V. einen Ort der Zuflucht für Juden darstellte.“

Marokkos Bildungsminister Prof. Saaid Amzazi teilte den Anwesenden mit, dass Marokko die Aufklärung über die großen Tragödien der Geschichte, inklusive der des Holocausts, als wichtige Bestandteile einer umfassenden Bildung betrachtet.

Abe Radkin, der Geschäftsführer des Aladinprojekts, stellte die Anwesenheit von mehr als fünfzig internationalen Politikern, renommierten Historikern und Bildungsexperten fest. Ebenfalls nahmen dutzende hochrangige Beamte und Akademiker aus Marokko an der Konferenz teil. Weiterhin merkte Herr Radkin an, dass die Anwesenheit der Generaldirektorin der UNESCO Audrey Azoulay während des Lunches zum Ende der Konferenz, eine starke Unterstützung von Seiten der UNESCO für die Initiative darstellte.

Der ehemalige französische Außenminister Bernard Kouchner bezeichnete die Konferenz als „einen Hoffnungsstrahl in einer sich verdunkelnden Welt.“ Der ehemalige Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses Michel Friedman, dessen Eltern durch Oskar Schindler vor den Gaskammern der Nazis gerettet wurden,  wandte sich den dutzenden Studiereden im Publikum zu: „Eine Sache die ihr aus dem Holocaust lernen könnt ist, dass der lange Weg zum Genozid mit verbaler Gewalt beginnt und jeder von uns auf diese Form der Gewalt reagieren muss.“

Eric de Rothshild, Vizepräsident des Aladinprojekts und Präsident der Shoah Gedenkstätte in Paris, begrüßte die Unterstützung der Konferenz durch die marokkanische Regierung, einschließlich des Ministeriums für Islamische Angelegenheiten, welche das Wassermuseum in Marrakech als Tagungsort der Konferenz zur Verfügung stellten.  

Am ersten Tagungstag diskutierten religiöse Führungspersönlichkeiten der drei großen monotheistischen Religionen über die bedeutende Rolle der Religionen in Bezug auf die Vermittlung und Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse. Am zweiten Tag setzten sich Historiker aus dem Maghreb und Europa hauptsächlich mit den jüdisch-muslimischen Beziehungen im Maghreb auseinander.

Mehr als zwanzig Nachrichtensender, darunter zahlreiche marokkanische TV-sender, strahlten Beiträge zur Konferenz aus.

Unter den Hauptsponsoren der Konferenz befanden sich die in New York ansässige Claims Conference, die Französische Shoah Stiftung, die Edmond J. Safra Stiftung, die Rothschild Stiftung und die Internationale Allianz zum Holocaust Gedenken (IHRA).