Aladins Sommeruniversitäten


Aladins Sommeruniversitäten

Den Führungskräften der Zukunft die Werte des friedlichen Zusammenlebens vermitteln

 

54 Studierende aus Amerika, Frankreich, Deutschland, Iran, Israel, Marokko, Palästina, Jordanien, Tunesien, Algerien, Senegal, Syrien und der Türkei lernten während der zweiwöchigen Sommeruniversität die geschichtlichen Hintergründe der Völkermorde in Europa im 20 Jahrhundert kennen. Besonders wurde die Geschichte der Shoa vermittelt, und es wurde Wert darauf gelegt, Friedensprozesse bei der Herausvorderung der Aussöhnung von europäischen Gesellschaften zu erlernen. Unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments und der UNESCO wurde die erste Sommeruniversität Aladins am 1.Juli 2013 eröffnet. Das mehrjährige und einzigartige Projekt vereint 54 Studierende und etwa 15 bekannte Professoren aus Europa, dem Mittleren Osten, Afrika und Nordamerika. Das Ziel des jährlichen Programmes ist es, die interkulturelle Annäherung zu befördern und Barrieren der Ignoranz abzubauen, indem es jungen Menschen verschiedener religiöser und kultureller Herkunft und verschiedener Bildungsgrade neue Kenntnisse vermittelt. Die erste Sommeruniversität fand mit der Unterstützung der Universität Bahcesehir und der türkischen NGO Anadolu Kültür am 15. Juli 2013 in Istanbul statt.

Das Programm wurde von einem internationalen akademischen Ausschuss unter der Leitung vom marokkanischen Philosophen Prof. Abdou Filali-Ansary und dem britischen Historiker Prof. Tudor Parfitt entworfen. Die Studierenden nahmen an einer Reihe von Seminaren teil, die von hochrangigen Dozenten geleitet wurden und führten eigenständige Rechercheprojekte zum Thema Frieden, gegenseitiger Respekt und interkultureller Dialog durch. Durch diese Projekte wurde vor allem Wert darauf gelegt, den Studierenden die Bedeutung von kultureller Vielfalt, Menschenrechten und Demokratie beizubringen.

Dieses Jahr ist das Thema der Sommeruniversität :  « Europäische Erfahrung : Weltkriege im Prozess von Friede und Aussöhnung. » Außerdem werden den jungen Studierenden aus Amerika, England, Frankreich, Deutschland, Spanien, Mexiko, Iran, Israel, Marokko, Palästina, Jordanien, Tunesien, Algerien, Senegal, Syrian, Aserbaidschan und der Türkei die geschichtlichen Hintergründe der Völkermorde in Europa im 20 Jahrhundert gelehrt. Besonders wurde die Geschichte der Shoa vermittelt, und es wurde Wert darauf gelegt, Friedensprozesse und die Herausvorderung der Aussöhnung von europäischen Gesellschaften zu erlernen C'est presque le même qu'au début.

Das Programm wird offiziell am 1.Juli durch eine Zeremonie eröffnet, bei welcher bekannte Persönlichkeiten der europäischen und türkischen Politik und Kultur vor Ort sind. Politiker und Akademiker versammeln sich um einen Runden Tisch, der von einem bedeutenden türkischen Journalisten geleitet wird, um der Frage nachzugehen : « Die Jugend angesichts globaler Herausvorderungen – welche Rolle spielen die Universitäten ? » Ab dem 2.Juli finden jeden Morgen von 09.00-12.30 Kurse von je 1,5 Stunden statt. Die Nachmittage stehen von 14.00-17.00 Uhr den Arbeitsgruppen zur Verfügung. Abends und am Wochenende werden Freizeitaktivitäten für die Teilnehmer angeboten. Die Abschlusszeremonie und die Übergabe der Urkunden findet am Morgen des 15. Juli statt.

Die morgentlichen Vorlesungen und die Arbeitsgruppen am Nachmittag drehen sich um folgende Schwerpunkte : Europäische Geschiche, Psychologie, Internationale Beziehungen, Interkulturelle Beziehungen, Politikwissenschaft, Konfliktforschung, Demographie, Anthropologie, Soziologie, Internationales Recht (mit besonderem Augenmerk auf internationales humanitäres Recht). Um die Studierenden zum Austausch und zur Dikussion zu ermutigen und die kommunikativen Fähigkeiten zu stärken, werden sie in 10 Gruppen eingeteilt, die verschiedene Kulturen und Länder repräsentieren. In den Gruppen arbeiten sie an einem gemeinsamen Rechercheprojekt. Jede Gruppe bekommt die Möglichkeit, ihr Recherchethema aus einer Liste vorgeschlagener Themen zu wählen und soll die Ergebnisse am Ende der Sommeruniversität auf einem Arbeitspapier vorstellen. Die Themen wurden von einem Team von Pädagogen im Vorhinein erarbeitet. Die Rechercheprojekte sollen gemeinsam geführt und vor November 2013 vor einem Prüfungsausschuss präsentiert werden. Die Teilnehmer der Gruppe mit den besten Ergebnissen werden zu einer Preisverleihung ins Europäische Parlament eingeladen. Das Aladinprojekt und seine Partner stellen eine regelmäßige Betreuung der Studierenden und einen weiteren Kontakt nach der Sommeruniversität sicher, um zu sehen, wie sich die Lehrveranstaltungen auf ihre Laufbahn auswirken. Das Ziel ist es,  aus den Teilnehmern des Programmes Referenten für kommende Sommeruniversitäten zu gewinnen, sowie ihnen den Weg als Universitätsdozent oder als Führungskraft in Wirtschaft und Politik in ihrem Herkunfsland zu ebnen. Die Teilnehmer stellen die erste Generation der Friedensbotschafter für die Jugend dar. Wie es der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz, der bei dem Programm eine tragende Rolle spielt, es angekündigt hat, passt das Ziel der Internationalen Sommeruniversität für das Kennenlernen der Kulturen « sehr gut zu der Geschichte und den Ansprüchen des Europäischen Parlaments, [da sie] ein breites Spektrum an jungen Menschen zusammenbringt, um einerseits ihre interkulturelle Erfahrung zu erweitern und anderseits Frieden, gegenseitigen Respekt und interkulturellen Dialog zu befördern. »

 

Partneruniversitäten

Universität Ain Shams (Ägypten)

Universität  Al Qods von Jerusalem (Palästinisches Gebiet)

Universität Bahcesehir (Türkei)

Universität  Bogazici (Türkei)

Universität  Euro-Afrika (Senegal)

Internationale Universität Florida (Vereinigte Staaten)

Freie Universität  Berlin (Deutschland)

George Washington Universität (Vereinigte Staaten)

Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien (Schweiz)

Hebräische Universität Jerusalem (Israel)

Universität Mohammed V von Rabat (Marokko)

New York University (Vereinigte Staaten)

Sciences Po Paris (Frankreich)

School of Oriental and Afrikan Studies, Universität London (UK)

Universität Tel Aviv (Israel)

Universität  Tunis-Manouba (Tunesien)

 

Die Themen der nächsten Sommeruniversitäten werden sein :

2014 : Orient-Okzident : Die Beziehungen zwischen dem Westen und der arabisch-muslimischen Welt.

2015 : Brücken bauen : gemeinsame Geschichte, Sprache, Kultur, Musik. Brücken, die uns verbinden.

 

Warum Sommeruniversität ?

 

In der heutigen Welt kann man eine zunehmende Radikalisierung und Entfernung der Kulturen beobachten, die die Länder des Mittleren Osten und unsere europäischen Gesellschaften entzweit. Die Internationale Sommeruniversität zum Kennenlernen der Kulturen hat den Sinn, dieser Radikalisierung entgegenzutreten und Studierende verschiedener Herkunft miteinander in den Dialog zu bringen und zu sensibilisieren, um eine kulturelle Annäherung und das Verbreiten von Wissen zu fördern.

Diese neuartige Initiative ist sehr wichtig, um Frieden und gegenseitigen Respekt zu stiften. Sie schafft die Basis für einen respektvollen Dialog und ernsthafte Diskussionen zwischen den Studierenden, die dadurch ihre kommunikativen Fähigkeiten schärfen, besser zuhören und miteinander in Kontakt kommen können. Dadurch lernen sie in den Arbeitsgruppen und den Forschungsprojekten Personen aus vielen verschiedenen Kulturen kennen und verbringen gemeinsame Zeit. Diese jungen Menschen bilden mit der Zeit ein Netzwerk, welches sie in ihre Herkunftsländer mitnehmen und das dann Teil ihrer Gesellschaft wird. Später können sie selber Konferenzen an den verschiedenen Partneruniversitäten organisieren und so zum Austausch beitragen. Nebenbei ist es uns sehr wichtig, dass diese späteren Fachkräfte die Fähigkeiten erlernen, die ihnen auf dem Arbeitsmarkt von heute und morgen nützlich sind, da dieser immer mehr von kultureller Vielfalt und Globalisierung geprägt ist. So hat sich die Internationale Sommeruniversität zum Kennenlernen der Kulturen auch eine Vermittlung dieser Kenntnisse als Ziel gesetzt.

Gemeinsames Handeln steht im Zentrum unseres Engagements, damit Werte gegenseitigen Respekts, Toleranz, Gleichberechtigung und kultureller Austausch vermittelt werden können. Dieses Ziel verfolgt unsere erste Sommeruniversität und lädt alle ein, daran mitzugestalten.

 

Ausschuss der akademischen Leitung

 

Das Projekt steht unter der Leitung eines internationalen Ausschusses, welcher aus Spezialisten aus der ganzen Welt zusammengesetzt ist und welcher für das Programm und die Planung zuständig ist.

 

  • Abdou Filali Ansary, Marokkanischer Philosoph und Islamwissenschaftler, Co-Präsident des akademischen Ausschusses. 
  • Tudor Parfitt, Professor an der Internationalen Universität von Florida (USA), Co-Präsident des akademischen Ausschusses.
  • Philippe Burrin, Leiter der Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien
  • Aysen Candas, Professor für Politikwissenschaften an der Universität  Bogazici (Türkei)
  • Francine Cicurel, Direktorin der Ecole Doctorale Langage et Langues an der Universität III-Sorbonne
  • Nilüfer Göle, Anthropologin, Forschungsleitung an der EHESS
  • Christian Ingrao, Direktor des IHTP des CNRS
  • Julia Kristeva, Psycholoanalytikerin, Semiologin
  • Nilüfer Narli, Alterspräsidentin der Soziologie an der Universität Bahcesehir (Istanbul)
  • Jacques Sémelin, Professor am IEP Paris, Forschungsleiter des CNRS (Ceri-Sciences Po)

 

Professoren

 

  • Arndt Bauerkämper, Professor für Geschichte, Freie Universität Berlin
  • Ayse Bugra, Professor für Ökonomie, Universität Bogazici
  • Yilmaz Esmer, Professor für Politikwissenschaften, Universität Bahçesehir von Istanbul
  • Hope M. Harrison, Assistenzprofessor  für Geschichte und  Internationales,  George Washington University
  • Riva Kastoryano, Professor am IEP Paris und Forschungsleiter des CNRS (Ceri-Sciences Po)
  • David S. Katz, Lehrstuhlinhaber Abraham-Horodisch-Professur, Geschichtsinstitut der Universität von Tel Aviv
  • Mohammed Kenbib, Professor für Geschichte an der Universität Mohammed V in Rabat
  • Anabelle Littoz Monnet, Professor in Internationale Beziehungen / Politikwissenschaft am Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien
  • Nilüfer Narli, Alterspräsidentin der Soziologie an der Universität Bahcesehir (Istanbul)
  • Ilber Ortayli, Professor für Geschichte an der Universität Galatasaray in Istanbul
  • Tudor Parfitt, Forscher am SIPA, Judaist, Professor an der Internationalen Universität von Florida (USA)
  • Anna Pauwels, Alterspräsidentin der Fakultät für Sprache und Kultur der School of Oriental and African Studies, Universität London 
  • Jacques Sémelin, Professor am IEP Paris, Forschungsleiter des CNRS (Ceri-Sciences Po)

 

 

 

Partner

Die Universität von Bahcesehir wurde als private Hochschule 1977 gegründet, um die zukünftigen Führungskräfte des Landes auszubilden und ihnen kritisches Denken auf nationaler und internationaler Ebene beizubringen. Die Universität ist von internationalem Rang und legt ihren Schwerpunkt auf die Vermittlung von Werten wie Respekt gegenüber dem Andersartigen, Akzeptanz von Vielfalt und dem Ausdruck von konstruktiver Kritik. 15 000 Studierende besuchen die Universität, in der 900 Professoren und über 100 Studienprogramme zur Verfügung stehen. Auch verwaltet die Hochschule ein Netz von Grund- und weiterführenden Schulen in der Türkei.

Anadolu Kültür ist eine türkische NGO, die 2002 in Istanbul gegründet wurde. Sie arbeitet an Konfliktlösungen und in sozialen Brennpunkten durch den Einsatz von Kunst und Kultur. Die NGO setzt sich dafür ein, im Dialog anhand von Kino, Theater, Literatur und Fotoausstellungen die Gesellschaft für ihr gemeinsames kulturelles Erbe zu sensibilisieren und dadurch Spannungen zu lösen. Die NGO hat bereits Begegnungen zwischen jungen Türken und Armeniern zu Stande gebracht.